Psychotherapeut oder Coach?

Hilfe durch Psychotherapie
Während es in Amerika längst zum guten Ton gehört, einen eigenen Psychotherapeuten zu haben, tun wir Menschen in Deutschland uns immer noch schwer damit. Psychisch krank zu sein, geht gar nicht! "Da gehört man nicht mehr dazu." und "Da will niemand mehr mit einem zu tun haben." und "Da ist man draußen." So oder so ähnlich lauten die Vorurteile. Ein jeder von uns kennt sie bestens. Und nicht zuletzt deshalb ist die Depression auch immer noch sehr mit Scham behaftet. Das geht quer durch alle Schichten und Altersgruppen.

Anerkennung und Beachtung

Anerkennung suchen
Man sollte es nicht glauben. Wenn mich jemand fragt, was ich von anderen Menschen erwarte, dann sind es bestimmt nicht Beachtung und Anerkennung, die mir als erstes dazu einfallen. Dann doch schon eher so Sachen wie Toleranz, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Friedfertigkeit und Respekt. Vermutlich wird jeder hier seine Schwerpunkte etwas anders setzen. Aber bei einem war ich mir immer sicher: Es geht mir nicht um Beachtung oder Anerkennung. Das hörte sich ja ganz so an, als wollte ich ständig im Mittelpunkt stehen, wollte die Nummer 1 sein - Nein! Solche Menschen mag ich nicht! So will ich auf keinen Fall sein! Aber ist das auch wirklich so? Warum mag ich solche Leute wohl tatsächlich nicht? Entertainer können mir doch auch durchaus sympathisch sein und sie erfüllen genau diese von mir abgelehnten Kriterien? Wenn es also nicht das Bemühen um Beachtung und Anerkennung ist, dass einem Künstler, Schauspieler, Musiker, wie auch immer, in jedem Fall zugeschrieben werden kann, was ist es dann, das ich hier ablehne?


Das Glück in dir

glücklich werden

Irgendwie ist es uns Menschen in die Wiege gelegt. Wir wünschen es uns von klein auf, das große Glück. Natürlich sind die Definitionen von Glück so unterschiedlich wie wir Menschen auch, aber in einem da sind wir uns einig - wir wollen es haben. Es scheint mir sogar, als sei es der Sinn des Lebens, glücklich zu sein, denn Menschen die auf lange Zeit unglücklich sind, verlieren oftmals ihren ganzen Lebensmut. Menschen streben nach dem Glück wie die Motten ins Licht, als gäbe es nichts Wichtigeres zu tun. Und, gibt es das? Ich denke - Nein! Aber ist es nicht vielleicht doch wichtiger, seine Hausaufgaben zu machen, den Haushalt auf Vordermann zu bringen und den Schuppen aufzuräumen? Ist es nicht wichtiger, erfolgreich auf der Arbeit zu sein oder sich um die kranke Mutter zu kümmern? Ist es nicht wichtiger, Verantwortung zu übernehmen für die Stadt, in der man wohnt und für das Land, in dem man lebt? Und wie ist es mit denen, die es nicht so gut haben wie wir? Ist es nicht wichtiger, anderen Menschen zu helfen? Ist es nicht wichtiger, Gutes zu tun, als selbstsüchtig nur immerfort an das eigene Glück zu denken? Das könnte ja direkt die Predigt eines Pastors sein, dachte ich gerade. Jedenfalls habe ich solche und ähnliche Sonntagsansprachen im Gedächtnis.