Psychotherapeut oder Coach?

Hilfe durch Psychotherapie
Während es in Amerika längst zum guten Ton gehört, einen eigenen Psychotherapeuten zu haben, tun wir Menschen in Deutschland uns immer noch schwer damit. Psychisch krank zu sein, geht gar nicht! "Da gehört man nicht mehr dazu." und "Da will niemand mehr mit einem zu tun haben." und "Da ist man draußen." So oder so ähnlich lauten die Vorurteile. Ein jeder von kennt sie bestens. Und nicht zuletzt deshalb ist die Depression auch immer noch sehr mit Scham behaftet. Das geht quer durch alle Schichten und Altersgruppen. Warum das so ist, weiß man nicht so recht. Vielleicht deshalb, weil derlei Krankheiten in psychiatrischen Krankenhäusern behandelt werden und man diese Einrichtungen früher Irrenhäuser nannte? Vielleicht aber auch, weil Depressionen vielfach mit persönlicher Schwäche gleich gesetzt werden? Warum müssen wir immer stark sein? Vielleicht aber einfach auch deshalb, weil man die Depression bei sich selbst am meisten ablehnt? Und das ist verständlich. Niemand mag wohl auf Dauer in diesem Zustand der Hoffnungs-,  Freudlosigkeit und Leere verharren. Niemand möchte sich auf Dauer so kraft- und antriebslos fühlen und morgens schon nicht recht wissen, wie man den Tag wohl überstehen soll. Also schweigen wir zu diesem Thema. Wir schweigen und verschweigen. Alle schweigen. Die Betroffenen schweigen aus Scham - Freunde und Angehörige schweigen aus Angst, zu beschämen. Und so schließt sich der Kreis. Dabei würde zu reden, so gut tun, würde entlasten, würde neue Sichtweisen ermöglichen. Aber nein, wir schweigen lieber, viel zu oft, viel zu lange...


Reden hilft


Und wenn wir doch darüber reden müssen, sprechen wir lieber von Burnout als von Depression. Das klingt mehr nach Leistung als nach Schwäche. Wir ziehen den Begriff "Neurologe" dem Begriff "Psychiater" vor, obwohl doch beides kaum etwas miteinander zu tun hat. Wir sprechen lieber von einer Kur anstatt von einer stationären Psychotherapie. So klingt es eher nach einer Sportverletzung als nach einem Gebrechen. Das alles sind Abwehrmechanismen, die nachvollziehbar sind, die aber die ganze Sache nicht unbedingt besser machen, eher noch manifestieren. Nur wenige Menschen schaffen es, öffentlich zu ihrer Depression zu stehen. Sie nehmen die Depression an. Sie nehmen die Depression ganz als das an, was sie ist, eine Erkrankung ihrer Seele aufgrund ungünstiger Lebensumstände und eigener Sichtweisen. Etwas anzunehmen, ist oftmals der erste Schritt zum Wandel. Solange wir etwas bekämpfen, etwas zum Gegner erklären, werden wir dessen Stärke heraufbeschwören, werden es nähren, fördern, am Leben erhalten. Doch gerade bei der Depression ist es wichtig, zur Ruhe zu kommen. Letztlich ist das doch auch die Botschaft dieser Krankheit, ist es das, wozu sie uns zwingt.
Aus meiner Sicht wäre es auch wünschenswert, wenn mehr Betroffene sich zu ihren psychischen Erkrankungen bekennen könnten. Das würde helfen, diese Themen aus der Tabu- und damit die betroffenen Menschen aus der Schamecke zu befreien. Im Grunde ist es doch eine Krankheit wie jede andere. Jeden kann es treffen. Es geht nicht um Schuld oder Schwäche. Es geht einfach um ein Zuviel. In einer maßlosen Welt gilt es, das rechte Maß wiederzufinden. Das rechte Maß zu finden, wird ein Option sein, die richtigen Lehren aus der Depression zu ziehen
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"Die Seele liebt in allen Dingen das diskrete Maß.
Deshalb soll sich der Mensch in allen Dingen selbst das rechte Maß auferlegen."
Hildegard von Bingen


Den Blick nach innen richten


Lebten wir bislang ein Leben vornehmlich im Außen, wird es nun Zeit, den Blick einmal nach innen zu richten. Es wird Zeit sich auf die Suche nach dem eigentlichen Ich zu machen. Das eigentliche Ich ist die Instanz, die vermutlich schon lange verzweifelt Rufe ausstößt weil es sich nicht wahrgenommen fühlt. Lange Zeit glaubten wir, so oder so sein zu müssen. Wir wollten es recht machen, unseren Eltern, unseren Lehrern, unseren Vorgesetzten, unseren Nachbarn, Freunden, unserem Partner, oft sogar verhielten wir uns auch völlig fremden Menschen gegenüber so. So versuchten wir einem Bild von uns gleich zu kommen, dem wir einfach nicht entsprachen. Da ist es doch klar, dass das eigentliche Ich da irgendwann aufmuckt, oder? Und genau genommen, ist das sogar gut so. Ich würde sogar gern noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, die Depression ist gar nicht die Krankheit. Die Depression ist viel mehr eine gesunde Reaktion auf eine krank machende Lebensweise. Die Depression ist die Chance auf ein neues, ein besseres, ein eigenes Leben. Zugegeben, in einer depressiven Phase fühlt sich das ganz und gar nicht so an. Das macht es vermutlich auch so schwierig. Ohne Hilfe kommt man da nicht so einfach wieder heraus. Aber es gibt ja Hilfe! Das ist die gute Nachricht. Niemand muss sich da allein durchquälen. Es gibt erfahrene Therapeuten, Menschen die sich mit der Depression auskennen. Sie sind imstande, dich behutsam an deine Wurzeln zu führen, dich mit dir selbst und dem Leben auszusöhnen. Es gibt sie überall, in jeder größeren Stadt. Du findest psychologische Beratung in Stuttgart, in Berlin, in Frankfurt und auch in München, in Dresden ebenso wie in Bremerhaven. Leider ist es oftmals nicht leicht, zeitnah einen Termin zu bekommen. Es mangelt eigentlich nicht an Therapeuten, Es mangelt an Therapeuten mit kassenärztlicher Zulassung. Ich denke, hier wird künstlich ein Mangel erzeugt, um die Kosten besser steuern zu können. Eine Rechnung, die nicht aufgehen kann, denke ich. Ein guter Therapeut ist wie ein Türöffner in ein neues Leben, in dein eigentliches Leben. Auf der Suche nach Glück lohnt es manchmal, nach dem Weg zu fragen, insbesondere dann, wenn man sich verlaufen hat...


Psychotherapie hat sich bewährt


Es gilt mittlerweile als nachgewiesen, dass Gespräche im Rahmen einer Psychotherapie ein probates Mittel zur Bewältigung seelischer Schieflagen ist. In einem vertrauensvollen Rahmen können sich Therapeut und Patient gemeinsam auf die Suche nach den Ursachen begeben. Oftmals wird Psychotherapie auch durch die Verordnung von Antidepressiva gestützt, aber das eigentliche Wunder vollbringt nach meiner Meinung zweifelsfrei die Psychotherapie.

Quellen zu "Psychotherapeut oder Coach?"
Autor: Benno Blues  Foto: pixabay.com

Anerkennung und Beachtung

Anerkennung suchen
Man sollte es nicht glauben. Wenn mich jemand fragt, was ich von anderen Menschen erwarte, dann sind es bestimmt nicht Beachtung und Anerkennung, die mir als erstes dazu einfallen. Dann doch schon eher so Sachen wie Toleranz, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Friedfertigkeit und Respekt. Vermutlich wird jeder hier seine Schwerpunkte etwas anders setzen. Aber bei einem war ich mir immer sicher: Es geht mir nicht um Beachtung oder Anerkennung. Das hörte sich ja ganz so an, als wollte ich ständig im Mittelpunkt stehen, wollte die Nummer 1 sein - Nein! Solche Menschen mag ich nicht! So will ich auf keinen Fall sein! Aber ist das auch wirklich so? Warum mag ich solche Leute wohl tatsächlich nicht? Entertainer können mir doch auch durchaus sympathisch sein und sie erfüllen genau diese von mir abgelehnten Kriterien? Wenn es also nicht das Bemühen um Beachtung und Anerkennung ist, dass einem Künstler, Schauspieler, Musiker, wie auch immer, in jedem Fall zugeschrieben werden kann, was ist es dann, das ich hier ablehne?


So will ich nicht sein


Ich bin als Kind so erzogen wurden, mich nicht in den Mittelpunkt zu stellen. In dreifacher Hinsicht wurde ich in eine Richtung gelenkt, die es mir nicht gestattete, so zu sein. Da wäre als Erstes die sozialistische Ideologie zu nennen, die alle Menschen gleich machte, die Lüge von der Gleichheit, der Freiheit und der Gerechtigkeit, die sich schon in der französischen Revolution nicht umsetzen ließ. Menschen sind niemals gleich und das ist auch gut so. Besser müsste es heißen: Alle Menschen sind gleich wertvoll. Das schlösse nicht aus, dass es Menschen gibt, die mehr und andere, die weniger gern im Mittelpunkt stehen.  Als zweiten und nicht minder wichtigen Einfluss ist der der katholischen Lehre zu nennen. "Wer der erste sein will, soll der letzte sein! Wenn dich jemand auf die Wange schlägt, dann halte ihm auch noch die andere hin!" Ich war lange diesem Einfluss ausgesetzt und konnte erst durch meine Depressionen ein wenig Abstand dazu gewinnen. Und erst durch einen gewissen Abstand kam ich in die Lage, Fragen zu stellen, in Frage zu stellen. Als letzten Faktor möchte ich meinen Vater nennen, der selbst so groß, mächtig und bewundernswert war, dass er gefühlt mein ganzes Universum ausfüllte. Da war einfach kein Platz für mich und ich glaube, es war auch eines von den Dingen, die er auf den Tod nicht leiden konnte: wenn ich ihm den Platz im Zentrum des Universums streitig zu machen versuchte. So war bei uns zu Hause das Reden bei Tisch verboten. "Beim Essen spricht man nicht", hieß es. Ich folgte diesem Satz. Anfangs trug ganz sicher auch die eine oder andere unerwartete Ohrfeige mit dazu bei, aber später war es ein Selbstgänger. So stellte ich es nie in Frage, dass mein Vater ununterbrochen redete bei Tisch. Ich mochte es, wenn er von seinem Tag erzählte und sog es in mich auf. Ich war brav und habe diese Neigung, selbst etwas darzustellen, in mir unterdrückt, zunächst als Kind, dann ein Leben lang. Viele Jahre wusste ich tatsächlich nichts davon, hatte es soweit verdrängt, dass es für mich selbst unsichtbar wurde.


Muster verändern


Aber ist es nicht oft so, dass das was uns an anderen missfällt, eine ganze Menge mit uns selbst zu tun hat? Das, was etwas in uns auslöst, was uns trifft, das be-trifft uns auch. Menschen, die in den Mittelpunkt einer Gruppe strebten, standen in Konkurrenz zu mir, ohne dass ich selbst in die Mitte strebte. Das ist doch verrückt! Ich mochte sie nicht, ohne zu wissen, warum. Heute kann ich das deutlich entspannter sehen. Ich erkenne das Muster und lächle. Ich kann mir das liebevoll anschauen, kann ihnen ihr Bedürfnis nach Beachtung, möglicherweise nach Bewunderung und Anerkennung gönnen. Es macht mir kein schlechtes Gefühl mehr. Und das ist einzig und allein dem Umstand geschuldet, dass ich mir selbst dieses Verhalten inzwischen gönnen kann, es nicht mehr verurteile. Entweder ich will nun selbst im Mittelpunkt des Geschehens stehen - ja, dann stehe ich möglicherweise in Konkurrenz, dann wird die Hackordnung ausgefochten oder ich strebe nicht in die Mitte, ja dann lass doch andere dorthin! Sie regen mich nicht mehr auf. Ich verstehe sie und mich jetzt besser. Ich entscheide heute bewusst. Nicht die Gefühle überfallen mich und lassen mich ratlos dreinschauen, sondern ich selbst steuere die Situation. Ich habe mich ein Stück weit besser kennen gelernt und konnte annehmen, was ich an mir entdeckte. Seit ich es bei mir selbst annehmen konnte, konnte ich es auch bei anderen Menschen annehmen. Mein Leben ist friedvoller geworden nun und ich selbst bin mir näher gekommen dadurch, konnte mehr in meine Mitte rücken.


Es dreht sich um Anerkennung


Im Grunde dreht sich doch alles auf der Welt um Anerkennung und Beachtung. Es gab einmal einen Versuch in den sechziger Jahren, da hat man Kinder zwar ernährt, ihnen aber sonst keine Beachtung geschenkt. Du kannst dir denken, wie dieser Versuch ausgegangen ist. Ohne Beachtung können wir Menschen nicht leben. Selbst Einsiedler bekommen Beachtung. Sie werden regelmäßig um Rat gefragt. Menschen, die niemand beachtet, sterben oder nehmen sich das Leben. In meinen mehrmonatigen Aufenthalten in der Psychiatrie habe ich diese These aufgestellt, weil mir auffiel, dass alle Patienten, unabhängig davon, mit welchen Diagnosen sie da waren, eines gemeinsam hatten: In der Gruppe konkurrierten sie um Beachtung, Aufmerksamkeit, ja man könnte auch sagen, um Liebe. Beachtung und Anerkennung sind zweifelsfrei Teilaspekte der Liebe.
Menschen, die als Kinder nicht ungehinderten Zugang zu der Liebe ihrer Eltern hatten, entbehren ein Leben lang diese Liebe, versuchen sie überall zu finden und versuchen dieses Defizit zu füllen. Sie versuchen auszugleichen, was sich später allerdings nicht mehr ausgleichen lässt (jedenfalls nicht von außen) und so wird ihr Leben zu einer Art "Lauf im Hamsterrad" - sie kommen jedoch leider niemals ans Ziel. Ich wage die Behauptung: Kinder die eine behütete Kindheit hatten und die von ihren Eltern bedingungslos geliebt wurden - die Betonung liegt hier auf bedingungslos - werden später nicht psychisch krank, bleiben seelisch gesund, auch wenn Schicksalsschläge kommen. Sie haben all die Anerkennung und Beachtung bekommen, die nötig sind, um ein gesundes und stabiles Selbstbewusstsein zu entwickeln und sie sind in der Lage, sich selbst genügend mit Anerkennung und Beachtung zu versorgen. Sie haben es gelernt, sich selbst zu lieben.


Ist jetzt etwa alles zu spät?


Aus den Kindern sind Erwachsene geworden. Die Eltern sind vielleicht schon tot oder ändern sich sowieso nicht mehr. Ist jetzt alles zu spät? Ist die Menschheit nun verloren? Nein, das ist sie nicht. Zwar hilft es nicht, Liebe, Beachtung und Anerkennung draußen in der Welt zu suchen, beim Chef, den Kollegen, den Freunden und Nachbarn, dem Partner, der Partnerin, aber es gibt dennoch eine Lösung.
Zugegeben, einfach ist das auch nicht, wenn man keine Übung darin hat und bei den meisten, die bis hierher gelesen haben, ist das vermutlich so, aber es gibt eine Methode, die wieder gut macht, was in der Kindheit schief gelaufen ist. Es ist die Liebe zu sich selbst, Selbstliebe, Eigenliebe, um die es hier geht.
Sich selbst gut zu finden, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und sie im Rahmen der Möglichkeiten auch zu erfüllen. Auf sich und seine Bedürfnisse zu achten, dafür aufmerksam und sensibel zu sein, kann wieder gut machen, was bislang nicht gut lief. Sich selbst mit Liebe anzusehen und anzunehmen, sich einmal hin zu setzen und versuchen, nach innen zu lächeln, kann ein guter Anfang sein. Sich ganz anzunehmen, auch und gerade mit allen "Unzulänglichkeiten", halte ich in diesem Zusammenhang für besonders wichtig. Denn gerade die Unzulänglichkeiten, die Macken geben uns Kontur, machen uns zu dem wie wir sind und wenn wir sie mit Liebe annehmen können, machen sie uns sogar sympathisch. Was wir im Gegenzug selbst an uns ablehnen, werden auch andere Menschen an uns ablehnen müssen.
Sicher wird das anfangs kein Selbstgänger sein. Du wirst üben müssen, Möglicherweise gilt es, innere Widerstände zu überwinden. Aber je öfter es dir gelingt, dich liebevoll anzuschauen, wo immer es geht, im Spiegel oder im Geiste, umso leichter wirst du in diese Haltung gelangen können. Irgendwann kann deine neue Haltung zu deiner Grundhaltung werden. Irgendwann wird die Selbstliebe kein Gefühl mehr, sondern ein Zustand sein und ebenso automatisch und grundlegend funktionieren wie es bislang deine Selbstablehnung tat. Verhaltens- und Reaktionsmuster sind eingeübt. Das macht sie resistent und verlässlich. Aber das hat auch den Vorteil, dass du dich umentscheiden und etwas anderes einüben kannst. Bewusst täglich etwas Zeit genommen, kann ein solcher Erfolg schon nach nur sechs Wochen eintreten. Es kostet kein Geld, nicht viel Zeit, verlangt nicht nach aufwendigen Gerätschaften oder Medikamenten und scheint mir doch die wirkungsvollste Therapie schlechthin zu sein. Der Lohn jedoch für diese anfängliche kleine Mühe dürfte unbeschreiblich sein...

Quellen zu "Anerkennung und Beachtung"
Foto: bluefeeling  / pixelio.de

Das Glück in dir

glücklich werden

Irgendwie ist es uns Menschen in die Wiege gelegt. Wir wünschen es uns von klein auf, das große Glück. Natürlich sind die Definitionen von Glück so unterschiedlich wie wir Menschen auch, aber in einem da sind wir uns einig - wir wollen es haben. Es scheint mir sogar, als sei es der Sinn des Lebens, glücklich zu sein, denn Menschen die auf lange Zeit unglücklich sind, verlieren oftmals ihren ganzen Lebensmut. Menschen streben nach dem Glück wie die Motten ins Licht, als gäbe es nichts Wichtigeres zu tun. Und, gibt es das? Ich denke - Nein! Aber ist es nicht vielleicht doch wichtiger, seine Hausaufgaben zu machen, den Haushalt auf Vordermann zu bringen und den Schuppen aufzuräumen? Ist es nicht wichtiger, erfolgreich auf der Arbeit zu sein oder sich um die kranke Mutter zu kümmern? Ist es nicht wichtiger, Verantwortung zu übernehmen für die Stadt, in der man wohnt und für das Land, in dem man lebt? Und wie ist es mit denen, die es nicht so gut haben wie wir? Ist es nicht wichtiger, anderen Menschen zu helfen? Ist es nicht wichtiger, Gutes zu tun, als selbstsüchtig nur immerfort an das eigene Glück zu denken? Das könnte ja direkt die Predigt eines Pastors sein, dachte ich gerade. Jedenfalls habe ich solche und ähnliche Sonntagsansprachen im Gedächtnis. 

Das Mysterium Macht


"Macht ist das stärkste Aphrodisiakum." Henry Kissinger

Gier nach Macht
Es heißt, sie sei süß und verführerisch. Sie mache süchtig und einsam, unberechenbar und größenwahnsinnig. Die Macht beschäftigt seit jeher die Menschheit, sie ist Triebkraft für so manchen Fortschritt aber auch Ursache für Unheil ungeheuren Ausmaßes. Die meisten Menschen weisen sie weit von sich, wollen keine Macht ausüben. Aber ist das auch wirklich so?
Und was ist so faszinierend an der Vorstellung, Macht zu besitzen - was schreckt andere davor ab? Immer wieder werden Spielfilme produziert, in denen es um das Spiel mit der Macht geht und sie faszinieren uns, diese Filme, egal ob es Fantasyfilme wie "Der Herr der Ringe", Agentenfilme wie "James Bond" oder Actionthriller mit Bruce Willis sind. Sind wir davon so fasziniert, weil wir tief in uns auch ein Verlangen nach Macht spüren?

Du bist Schuld wenn es mir schlecht geht!

"Bis eben ging es mir noch gut. Der Tag hatte so gut angefangen und ich fühlte mich wohl, war zufrieden mit mir und der Welt, war in Frieden mit mir und der Welt. Dann bist du gekommen und hast mir Vorhaltungen gemacht. Ich hätte es deiner Meinung nach anders machen sollen, hätte auf dich hören sollen. Du hättest es mir schon so oft gesagt. Wieder einmal hätte ich nur gemacht, was für mich gut war. Zum x-ten Male hätte ich wieder einmal nur an mich gedacht...
Nun geht es mir schlecht, richtig schlecht! Das habe ich nur dir zu verdanken! Immer wieder machst du mir schlechte Gefühle!"